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Heidenheimer Zeitung Samstag 27-04-2019

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Lösungswort: Riesenrad

Lösungswort: Riesenrad Wochenende Wir lesen 41 Wer war Ferdinand Magellan? Christoph Columbus kennt jeder. Aber Ferdinand Magallan? Auch er war ein mutiger Seefahrer und Entdecker. Heute vor beinahe 500 Jahren ist er gestorben. Natürlich auf einer Schiffsreise. Die Magellan-Straße ist noch heute nach ihm benannt: Fast 500 Jahre nach dem Tod des Seefahrers Ferdinand Magellan ist der Portugiese also noch immer nicht in Vergessenheit geraten. Und das ist auch gut so. Denn Magellan hat mit seiner letzten Schiffsreise quasi die erste Umsegelung der Welt in Gang gesetzt. Als Magellan diese Reise im Jahr 1519 mit fünf Schiffen und knapp 240 Seeleuten begann, hatte er aber eigentlich ein anderes Ziel. Er wollte vom spanischen Sevilla aus die Molukken erreichen. So heißt eine Inselgruppe im heutigen Indonesien. Dort wuchsen schon damals herrliche Gewürze. Deshalb wollten die Spanier diese Inseln besitzen, denn Gewürze waren damals sehr teuer und kostbar. Zum ersten Mal die Welt umsegelt Auch die Portugiesen wollten die Inseln aus diesem Grund für sich haben. Sie waren die Feinde der Spanier und herrschten damals über große Teile der Welt und deren Meere. Deshalb konnte Magellan auch nicht den einfacheren Weg zu den Molukken nehmen. Wäre er nämlich von Spanien in Richtung Asien (Osten) gefahren, dann hätte er das Gebiet der verfeindeten Portugiesen durchqueren müssen. Magellan wurde deshalb vom spanischen König beauftragt, einen anderen Weg zu den Inseln zu suchen. Er fuhr also in Richtung Westen los, nach Südamerika. Dort entdeckte er einen bis dahin unbekannten Durchgang vom Atlantik in den Pazifik. Heute heißt dieser Weg Magellan-Straße, um an den großen Seefahrer zu erinnern. Von dort aus fuhr Magellan mit seinen fünf Schiffen immer weiter in Richtung der Gewürzinseln. Das dauerte damals sehr lange, weil die Seefahrer ja auf Segelbooten unterwegs waren. Auch Pausen waren immer wieder notwendig und kosteten Zeit. Ferdinand Magellan kostete eine dieser Pausen sogar das Leben. Bei einem Stopp auf einer Insel, die heute zu den Philippinen gehört, gerieten er und seine Männer nämlich in einen Kampf mit den dortigen Einwohnern. Dabei wurden Magellan und viele andere der Seeleute getötet. Die Überlebenden setzten ihre Reise dann aber fort und kamen drei Jahre nach dem Start wieder in Spanien an. Sie hatten also die Welt umsegelt. Das hatte vor ihnen noch niemand geschafft. Für Wissenschaftler war das damals eine Sensation. Denn dadurch war bewiesen, dass die Erde eine Foto: stock.adobe.com/ Luftbildfotograf Kugel ist. Viele Menschen glaubten damals nämlich, dass die Erde eine Scheibe ist. Eine Weltumsegelung wäre dann natürlich unmöglich. Neue Bilder gesucht Ihr habt auch ein Bild für die „Wir lesen“-Seite gemalt? Dann bringt es im Pressehaus vorbei oder schickt es per Post (Olgastraße 15, 89518 Heidenheim) oder E-Mail (wir.lesen@hz.de, Auflösung mindestens 5 MB). Jedes Bild muss mit Name, Alter, Adresse, Telefonnummer, dem Stichwort „Wir lesen“ und – ganz wichtig! – einer E-Mail-Adresse versehen sein. Name und Alter werden mit dem Bild veröffentlicht. Kinder deren Bild veröffentlicht wird, erhalten ein kleines Geschenk. gemalt von Luise Frey, 5 Jahre, aus Heidenheim BUCHTIPP RÄTSEL Total verrückte Wörter – Eine Sammlung unübersetzbarer Wörter aus der ganzen Welt Die Preisfrage lautet: Was könnte wohl das lustig klingende isländische Wort „Gluggavedur“ bedeuten? Wer kommt am nächsten ran? Hmmm – echte Wort-Sinn-Tüftler kommen vielleicht sogar darauf, dass das was mit Glück zu tun haben könnte. Aber was verbirgt sich hinter dem zweiten Wortteil? Wie gut, dass zu jedem der kniffligen Begriffe aus vielen verschiedenen Sprachen eine ganze Doppelseite angeboten wird. Mit einer Illustration, mit dem Versuch einer Übersetzung und mit einer Erklärung, die auch spannende Infos über das jeweilige Land liefert. Und so lernt man dann eben, dass „Gluggavedur“ ein Wetter bezeichnet, das vom Fenster aus zwar schön aussieht, aber viel zu ungemütlich ist, um tatsächlich rauszugehen. Die Sammlung unübersetzbarer Begriffe bezieht Weltsprachen wie Englisch, Französisch oder Arabisch, aber auch z. B. Buli – eine in Ghana gesprochene Sprache – Jiddisch oder Suaheli mit ein. Das Ganze ist ein wirklich originelles Bilderbuch mit jeder Menge Potenzial für kreative Aktionen mit Kindern. So macht die – interkulturelle – Beschäftigung mit Sprache wirklich Spaß! Infos: 64 Seiten, ab ca. 7 Jahren, Autor/Herausgeber: Nicola Edwards, Illustrator: Luisa Uribe, Übersetzer: Beatrix Rohrbacher, Verlag: 360 Grad Verlag, 14,90 Euro.

Wochenende 42 Noise weekly Wilde Partys in kunterbunten Locations Techno, ausgefallene Deko, Gesichtsfarbe und jede Menge gute Laune: Das gehört für die Heidenheimer Gruppe Whild Stage zu einer guten Party. Seit fünf Jahren organisieren sie diese und treffen damit den Geschmack vieler junger Menschen. Woher der Name Whild Stage kommt? So wirklich wissen das selbst die Crewmitglieder nicht. Man munkelt jedoch, dass der Name einer Wortkreation aus white und wild entsprungen ist. Denn auf ihrer ersten großangelegten Party auf einer Heldenfinger Wiese vor vier Jahren, hatte die junge Gruppe einen weißen Pavillon aufgebaut. Letztlich ist der Name aber auch egal. Denn wichtig ist der Truppe nur eines: der Spaß an Gesellschaft, am Feiern und gemeinschaftlich etwas auf die Beine stellen – vorzugsweise Partys, große, bunte, ausgefallene Technopartys. Etwa 30 junge Menschen stecken mittlerweile hinter Whild Stage und organisieren Jahr für Jahr eine Handvoll großer offizieller Partys sowie kleinere Feten zwischendurch. Angefangen hatte alles 2014 mit fünf Freunden, darunter der heute 23-jährige Florian Görlitz: „Wir haben damals schon gerne gefeiert. Als Crew haben wir am Wochenende Partys im Felsen veranstaltet.“ Markenzeichen: Gesichtsneonfarbe Mit dem Spaß wuchs auch die Erfahrung. Also ging die kleine Gruppe einen Schritt weiter und richtete in Heldenfingen, direkt neben dem großen Festzelt der offiziellen Abifeier vor vier Jahren, eine zweite Party aus. Und es lief gut, richtig gut. 300 bis 400 Leute, schätzt Florian, folgten den Technobeats, die aus den Boxen dröhnten. Dabei hätten sie einfach nur Mucke gemacht und gechillt, sagt der 23-jährige Jonas Trittler, Mitorganisator der ersten Stunde. Dieser Erfolg schrie förmlich nach einer Wiederholung: „Wir wollten das alle noch mal machen“, sagt Florian. Es folgte eine Party am Suppenkopf „irgendwo in der Pampa“. Allmählich etablierte sich auch die Gesichtsneonfarbe, die von den heutigen Stage-Partys nicht mehr wegzudenken ist. „Dann haben wir den Spaß am Basteln entdeckt“, sagt Rabea Hayd, ebenfalls von Beginn der Stage an dabei. Und größer sollten die Partys werden. Doch für kreative Bastel- und Planungsstunden brauchte die Gruppe einen Raum, den sie schließlich vom Jugendreferat der Stadt Heidenheim gestellt bekamen. Seither treffen sich die jungen Menschen in einem Raum im Keller des Jugend- und Kulturzentrums Treff 9 in der Friedrichstraße. Damit stand für die kreativen Köpfe fest: „Jetzt wollen wir was reißen.“ Allmählich bekam die Whild Stage auch mehr Struktur. Es gibt diejenigen, die sich um die Technik kümmern, diejenigen, die die Organisation und die Deko in die Hand nehmen. „Jeder kann sich einbringen, wie er möchte“, erklärt Florian. So etwa die 18-Jährige Reika Novak. Sie sei künstlerisch veranlagt, erzählt die Abiturientin. Und eben diese Fähigkeit bringt sie in die Whild Stage ein, malt etwa Plakate mit Neonfarben. „Wir haben eine spezielle Art der Selbstorganisation. Keiner hat den Gesamtüberblick. Keiner weiß, wie die Partys werden. Wir lassen uns selbst überraschen“, sagt Reika. Mittlerweile sind viele Crewmitglieder zum Märchenwald hieß das Motto bei der diesjährigen Auftaktveranstaltung von Whild Stage. Mit viel Holz und Pflanzen wurde das in der Deko umgesetzt. Natürlich gehören auch Kostüme zu den Mottopartys. Fotos: Cosmo (5), Ryan Ho (2), Sandra Gallbronner (4) Studieren weggezogen. „Ich dachte, dann bricht alles ab“, gesteht Rabea. Doch letztlich war die Freundschaft und Partylaune stärker. Aus der Freundesgruppe ist mittlerweile sogar ein Verein geworden: das „Whild Stage Collective“. Doch allmählich kommt die Partygruppe räumlich an ihre Grenzen. Bislang ist vieles bei Florian untergebracht. Doch mit jeder Party wächst der Fundus. Daher sucht die Gruppe einen Lagerraum. Görlitz schwebt aber noch eine andere Idee Foto: Caro Michalk vor: eine Ausstellung mit ihren Kunstwerken. „Wir wollen den Leuten zeigen, wie viel Motivation und Kreativität in unserer Generation steckt“, so der Heidenheimer. Über die Jahre hinweg ist so einiges entstanden: Pappmaschee-Figuren, bemalte Leinwände und eine große Bühne aus Holz. Letzteres hatte Florian in die Hand genommen. Er sei eben ein Tüftler, sagen seine Freunde. „Ich habe in Indien als Volunteer gearbeitet und viel mit Holz gebaut.“ Zurück in Deutschland fackelte er nicht lange und nutzte seine erlernten Fähigkeiten gleich für die Whild Stage. Über eine Kooperation mit der Stadt entstand gemeinsam mit sechs Jugendlichen die Bühne – das Herzstück der Whild Stage. Sie ist knapp fünf Meter hoch und seit vier Jahren auf jeder Party im Einsatz. So auch auf der Party vergangenen Samstag im Lokschuppen, der diesjährigen Auftaktparty, die Whild Stage mit der Crew „Kerfuffle“ ausrichtete. Das Motto: Märchenwald. „So ein Motto gibt der Party ein besonderes Flair“, findet Rabea. Viel Aufwand hätten sie in die Vorbereitung und Deko gesteckt. So bemalten Mitglieder der Gruppe Plastikpflanzen mit Neonfarben, bastelten Pilze aus Hasendraht, Kleister sowie Zeitung, und gestalteten eine Bar in Baumoptik. Natürlich durften auch märchenhafte Kostüme nicht fehlen. Die Party sei ein voller Erfolg gewesen. Insgesamt 700 Menschen haben über den Abend verteilt im Märchenwald gefeiert, freut sich Florian. Die nächste große Feier zieht sich gleich über ein ganzes Wochenende, nämlich vom 16. bis 18. August. „Wir wollen mehr Leben nach Heidenheim bringen, mal was Cooles hier machen“, sagt Florian. Das Gefühl der jungen Partywütigen: In Heidenheim besteht ein großes Interesse an den Technopartys. „Jeder ist eingeladen mitzumachen und seine Freizeit nicht nur vor dem Fernseher, sondern in schöpferischer Art und Weise auszuleben“, erklärt der 23-Jährige. Zum Schluss rückt Florian noch mit einer Worterklärung für die Whild Stage heraus, die ihm spontan in den Sinn gekommen ist: „Wenn Heidenheim in Liebe danct.“ Klingt gut, findet er, und grinst. Sandra Gallbronner war selbst noch nie auf einer Technoparty, findet aber das Konzept von Whild Stage cool und dass sich junge Leute so engagieren.

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