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Heidenheimer Zeitung Samstag 27-04-2019

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Wochenende

Wochenende Unterhaltung35 GARFIELD WIE WAR DIE WOCHE? DAS NACHRICHTENQUIZ BILD DER WOCHE 1. Dass in Sontheim/Brenz die Bahn hält, weiß jeder, der schon mal von Heidenheim in Richtung Ulm gefahren ist. Neu ist, dass dort jetzt auch . . . A: eine Garteneisenbahn zum Mitfahren unterwegs ist. B: das Pferdekutschen-Gespann von Bauer Häberle zu buchen ist. C: ein Bus nach Ulm fährt. 2. Giengen ist bisweilen ein gefährliches Pflaster. Dort . . . A: versuchten drei Unbekannte in der Nacht von Montag auf Dienstag, in einem Betrieb Geld zu erbeuten. B: wurde ein 17-Jähriger am Mittwoch mit einem Messer verletzt. C: hat ein Auto den Bübles-Brunnen gerammt. Die Reparaturkosten betragen 20 000 Euro. 3. Man kann es schön finden oder nicht: Die Häuser an der Plouquetstraße 20 und 22 werden demnächst abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Welcher Art sind diese Neubauten wohl? A: Gebaut wird in historischem Stil: Fachwerkhäuser sollen’s werden. B: Gebaut wird extravagant: An jeder Ecke soll ein Türmchen entstehen. C: Gebaut wird das Übliche: weiße Wohnblocks. 4. Enten, Schwäne und andere Vögel zählen normalerweise zu den Bewohnern des Brenzparks. Jetzt hat sich zeitweise ein weiterer Untermieder dort häuslich eingerichtet. Wer? A: Marionettenspieler Peter Röß. Er wohnt dort in einem Zelt. B: Der Steinheimer Wolf. Er versteckt sich im Baumhaus. C: Die Kinder der Osterferienfreizeit. Sie übernachten im Freien. 1A; 2ABC; 3C; 4A Andernorts haben Bahnschalter bereits dicht gemacht. Droht das gleiche Schicksal nun auch den Heidenheimer Bahnkunden? Glücklicherweise nicht: Der Schalter ist derzeit wegen Umbauten geschlossen. Also nur vorübergehend. Foto:Sabrina Balzer KREUZWORTRÄTSEL SUDOKU Lösungen auf Seite 39 SPRUCH Die Geschichte ist ihrer Natur nach universell. Leopold von Ranke

Wochenende 36 Magazin Ilse, mit vollem Zuchtnamen Imme III vom Gehrenberg, ist eine von drei Deutsch Drahthaar von Jäger Kai Bubeck. Die sechsjährige Hündin beweist auf der Übungsfährte ihre große Erfahrung. Fotos: Christian Thumm Immer der Nase nach Ein sonniger Nachmittag in einem Waldstück irgendwo zwischen Zang und Heidenheim: Die Deutsch Drahthaarhündin Ilse springt aus dem Auto von Jäger Kai Bubeck und wedelt mit dem Schwanz. Sie ist sichtlich aufgeregt, hechelt trotz der milden Frühlingstemperaturen bereits. Als sie von Bubeck ihre neonfarbene Schutzweste angelegt bekommt, steckt sie fast begierig die Schnauze durch die Kopföffnung. Noch die Leine geholt, dann setzen sich Hündin und Jäger in Richtung der nahen Baumreihe in Bewegung. Kai Bubeck ist mit Wolfgang Schad und Wolfgang Schlierer vor Ort, mit ihren Hunden wollen sie zu Übungszwecken auf Fährtensuche gehen. Die Jäger und ihre Vierbeiner sind drei von vier anerkannten Nachsuchengespannen bei der Kreisjägervereinigung Heidenheim (KJV). Zusammen mit Steffen Todt spüren sie jedes Jahr bei rund 400 Einsätzen verletztes Wild auf. Ziel der Nachsuche ist es vor allem, „vermeidbare Schmerzen oder Leiden des Wildes“ (§22a des Bundesjagdgesetzes) zu verhindern. Außerdem wird das Wildbret vor dem Verderben bewahrt. Verständigt werden Bubeck und seine Kollegen beispielsweise, wenn ein Jäger ein beschossenes Stück Wild nicht finden kann, und sich unsicher ist, ob er es verwundet hat. Zum Kodex der Nachsuchenführer gehört dabei absolute Verschwiegenheit, erklärt Schlierer: „Wer uns verständigt, kann sich sicher sein, dass die Geschichte später nicht zum Stammtischgespräch wird.“ Grundsätzlich kann zwar jeder Jäger eine eigene Nachsuche unternehmen, sein Hund muss dafür lediglich die grundlegende Brauchbarkeitsprüfung abgelegt haben. Ist es der Vierbeiner jedoch nicht gewohnt, auch über lange Strecken auf einer Fährte zu bleiben, ist man schnell auf die Spezialisten angewiesen. Bei Wildunfällen weiß die Polizei meist Bescheid und gibt den Fall über den jeweiligen Jagdpächter an die Nachsuchenstation weiter. Und die ist rund um die Uhr erreichbar. „Anrufe werden immer entgegengenommen“, am besten abends bis spätestens um Mitternacht, ansonsten morgens ab sechs Uhr. So steht es auf der Internetseite der Nachsuchenstation der KJV. Eine zügige Meldung sei demnach wichtig, um die Nachsuche „ordentlich zu organisieren“. Zumeist wird das gesuchte Tier nach wenigen hundert Metern, oft schon tot, im Unterholz gefunden, so Schlierer. Dennoch müssen die Nachsuchenführer jedes Mal auch für eine längere Tour vorbereitet sein und wissen vorher nie, was auf sie zukommt. Wolfgang Schad etwa berichtet von einem Einsatz mitten im Sommer, bei dem er mit seinem Sohn Manuel und seiner Hannoverschen Schweißhündin Dori von der Dämmerung bis in den frühen Abend hinein der Fährte eines besonders schweren Keilers folgte. Nach über einem Kilometer blieben deutliche Spuren aus, sodass sich der Jäger komplett auf die Spürnase der Hündin verlassen musste. Die dicke Schutzkleidung machte bei steigenden Temperaturen zudem immer öfter kurze Pausen notwendig. „Wir hatten über Funk Kontakt zu einem Begleitfahrzeug, welches uns immer mit frischem Wasser versorgte“, erinnert sich Schad. Nur deshalb entschloss er sich damals dazu, die Nachsuche fortzusetzen. Laut GPS-Gerät nach insgesamt 8,7 Kilometern, „oftmals auf allen Vieren durch dichtestes Unterholz“, konnte die Suche schließlich erfolgreich beendet werden. Solche Einsätze beanspruchen gerade den Hund stark: „Die Menschen können kommunizieren, wann sie genug haben. Aber der Vierbeiner kann das nicht, und macht im Zweifel auch über seine Belastungsgrenzen hinaus weiter“, erklärt Schad. Aus diesem Grund muss der Nachsuchenführer genau wissen, was er seinem Tier zumuten kann, und was nicht. „Auf der Fährte steigt die Körpertemperatur des Hundes um zwei bis drei Grad. Er ist geradezu im Fieber“, erklärt Bubeck. Deshalb sei es sehr wichtig, dass der Hundeführer im Einsatz gut auf sein Tier achtet. Bei längeren Einsätzen hilft es außerdem, die Kollegen der Nachsuchenstation im Rücken zu haben, ergänzt Schlierer. So könne man, falls nötig, auch abwechslungsweise weitersuchen. Eine andere Gefahr für Hund und Jäger geht unter Umständen von dem gesuchten Tier aus. Verwundetes Wild legt sich, von der Flucht erschöpft, meist irgendwann auf den Boden, man spricht auch vom „Wundbett“, wie die Jäger erklären. Wenn man sich schließlich dem Wundbett des verletzten Tieres nähert, wird es möglicherweise noch einmal aufgescheucht. „Hier in unserer Gegend ist das Wildschwein klar das gefährlichste Tier“, sagt Bubeck. Das hat

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