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Heidenheimer Zeitung Samstag 27-04-2019

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Samstag, 27. April 2019 9 HEIDENHEIM Zoll: Kontrollen auf Schwarzarbeit fanden vor allem in der Gastronomie und auf dem Bau statt. (Seite 10) Ungelesen Lieber Zusammenhang der Journalist kennt es, dass man Deine Abwesenheit moniert. „Das Zitat von mir wurde völlig aus dem Zusammenhang gerissen!“, mault der Politiker dann, darum sei es misssverständlich oder sage sogar das komplette Gegenteil von dem aus, was man doch habe sagen wollen. „Jaja!“, nickt die Öffentlichkeit dann oft: „Wenn du es sagst . . .“ Doch es kann nicht nur Politiker treffen, selbst tapfere Fußballfans können völlig aus dem Zusammenhang fallen, wie sich kürzlich bei einer Wanderung in den Heidenheimer Höhenlagen zeigte. Dort findet sich auf einem kleinen Funktionsbau die hier und heute gezeigte Beschriftung, und die sorgte für allerlei Diskussionen. Das ging so: „Also diesen Dreck könnte man auch mal wegmachen! Es kann doch nicht sein, dass die Aalener auch hier noch alles vollschmieren!“ „Wieso die Aalener!“ „Ja oder sonst wer, der etwas gegen den FCH hat. Das können die doch in ihren eigenen Städten machen!“ „Wie meinst du das?“ „Na, da steht: Nur der FCH. Was soll das denn heißen: NUR der FCH. Das ist ein Zweitligist, vier zu fünf gegen München, ich meine, da ist das Wort NUR doch eine echte Frechheit!“ „Vielleicht wollten die ja sagen, dass es für sie nur den FCH gibt im Fußball.“ „Das ist genauso Schwachsinn. Wenn es nur den FCH gäbe im Fußball, hätte Heidenheim keine Gegner und es gäbe keine Tabelle, keine Liga, keinen Pokal. Man würde allein vor sich hinspielen wie ein Verein für Nasenflöten!“ „Sie könnten ja meinen, dass es hier nur den FCH gibt.“ „Das ist wieder Quatsch, hier leben 50 000 Menschen und die sind nicht alle Profikicker. Und schon Satellitenbilder zeigen, dass Heidenheim etwas mehr ist als die Voith-Arena auf einer Waldlichtung!“ Tja, so kann es gehen, wenn eine Nachricht völlig aus dem Zusammenhang gerissen wird. Und da bleibt nur ein Tipp: Wenn man die Spraydose zückt, sollte man sein eigenes Betttuch dabei haben und das dann im Stadion aufhängen. Da ist dann alles im Zusammenhang. Aber Ihr lest das ja wieder nicht. Hendrik Rupp Falls der Funke überspringt . . . Waldbrandgefahr Eine Kehrseite des sonnigen, frühsommerlichen Wetters: knochentrockene Böden. Damit wächst auch das Risiko, dass es in der Natur brennt. Ist die Feuerwehr vorbereitet? Von Michael Brendel T homas Fügmann, dem Landrat des Saale-Orla-Kreises im Südosten Thüringens, bleibt nichts anderes übrig: Am Ostersonntag ruft er den Katastrophenfall aus, weil seine eigenen Feuerwehrkräfte es nicht schaffen, einen seit Tagen tobenden Waldbrand in den Griff zu bekommen. Mit Hubschrauberunterstützung aus Bayern gelingt es schließlich, die Flammen auf einer gut 13 Hektar großen Fläche einzudämmen. Die Ausmaße dieses Geschehens erhalten angesichts der im Fernsehen übertragenen Bilder zu Recht das Attribut katastrophal. Und sie reichen damit weit über die Folgen des bislang letzten großflächigen Waldbrandes im Landkreis hinaus. In den 1980er-Jahren war das, unweit von Königsbronn. „Ewig her“, sagt Kreisbrandmeister Rainer Spahr, der gleichwohl weiß und dafür verantwortlich ist, dass die hiesigen Wehren auf den Fall der Fälle vorbereitet sein müssen. Jüngster Beleg dafür: An Karfreitag brannten beim Suppenkopf etwa 200 Quadratmeter Unterholz im angrenzenden Wald. Passanten hielten die Flammen in Schach, bis die Feuerwehr eintraf. Andere Bodenbeschaffenheit Mussten in den zurückliegenden Jahrzehnten die Wehren im Kreisgebiet zu Waldbränden ausrücken, dann waren die Flächen glücklicherweise zumeist von überschaubarer Größe. Anders als in den Bereichen Ost- und Norddeutschlands, die regelmäßig erheblich stärker betroffen sind. Sandige Böden, die schnell austrocknen, erhöhen dort die Gefahr immens. Vergleichbares gilt für Torfböden, „und die haben wir hier bei uns nicht“, sagt Spahr. Ausgedehnte Kiefernwälder sucht man im Landkreis ebenfalls vergeblich, wenngleich auch hier An Karfreitag stand dürres Unterholz in einem Wald beim Suppenkopf in Flammen. Was im Wald vorgeschrieben und zumindest zeitweise verboten ist Rainer Spahr, Heidenheims Stadtbrandmeister und Kreisbrandmeister in Personalunion, erklärt, wie man sich richtig verhält, nachdem man unter Tel. 112 einen Waldbrand gemeldet hat: präzise Ortsbeschreibung durchgeben, Eintreffen der Feuerwehr abwarten und Einsatzkräfte einweisen, damit sie die Brandstelle möglichst rasch finden. Wichtig ebenso: Sämtliche Feuerwehrfahrzeuge dürfen sich nur in eine Richtung bewegen. als anfällig anzusehende Nadelholz-Monokulturen keine Seltenheit sind. Und Gleiches gilt für dürres Unterholz, abgestorbene Hecken und Heideflächen. Das richtige Vorgehen im Falle eines Waldbrandes gehört denn laut Dr. Hans Untheim, Leiter des Fachbereichs Wald und Naturschutz im Landratsamt, weist darauf hin, dass Feuer generell nur an offiziellen, fest eingerichteten und markierten Feuerstellen bei Grillplätzen erlaubt, derzeit aber verboten ist, bis die Waldbrandgefahr gebannt ist. Zur Vermeidung von Wald- und Flächenbränden nennt die Landkreisverwaltung einige Verhaltensregeln: Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein generelles Rauchverbot; Autos nur auf befestigten Parkplätzen abstellen; keine Flaschen wegwerfen, da sie wie ein Brennglas wirken können; mitgebrachte Grills dürfen im Wald niemals verwendet werden; auch an erlaubten Stellen muss offenes Feuer vor dem Weggehen vollständig gelöscht werden; Zufahrten zu Wäldern und Heideflächen sind als Rettungswege freizuhalten. Foto: Michael Salwik Birgit Baumann, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, teilt unterdessen mit, dass die vor einigen Tagen verhängte Sperrung der öffentlichen städtischen Grillplätze beim Suppenkopf, im Hirschhaldesteinbruch und beim Naturtheater trotz der fürs Wochenende angekündigten Regenfälle bis auf Weiteres bestehen bleibt. Auf dem Index des Deutschen Wetterdienstes, der die aktuelle Waldbrandgefahr abbildet, gilt für Heidenheim derzeit die niedrigste von fünf Stufen (sehr geringe Gefahr). bren Spahr auch zum theoretischen Teil der Ausbildung, die Feuerwehrkräfte durchlaufen. Kleinere Übungen widmen sich darüber hinaus dem taktischen Verhalten, während es bis vor einigen Jahren noch umfangreiche Trainingseinheiten in Zusammenarbeit mit dem Forstbetriebshof in Königsbronn gab. Spahr zufolge sind die Feuerwehren rund um Heidenheim gut vorbereitet und „jederzeit in der Lage, kleine bis mittelgroße Vonovia lädt zur Nebenkosten-Sprechstunde ein Wohnen Auf Beschwerden von Mietern reagiert der Immobilienkonzern jetzt mit einem Vor-Ort-Termin. „Gerne bieten wir Ihnen eine Mietersprechstunde für Ihre Fragen rund um die Nebenkostenabrechnung 2017 an“, heißt es in einem Anschreiben, das viele Vonovia-Mieter in Heidenheim dieser Tage erhalten haben. Laut einem Kommunikationsbüro, das die Vonovia beauftragt hat, wurden rund 1300 Mieter in Heidenheim zu diesem Termin eingeladen. Dazu seien einige Stadtteile zufällig ausgewählt worden, in denen dann alle Mieter eingeladen wurden. „Die Einladung erfolgte unabhängig davon, ob Mieter Widerspruch gegen die entsprechende Nebenkostenabrechnung eingelegt haben“, so die Waldbrände in den Griff zu bekommen“. Neben dem Ausbildungsstand nennt er das vergleichsweise dichte Netz an geschotterten Waldwegen als Vorteil. Da sie regelmäßig zum Abtransport des geschlagenen Holzes genutzt würden, seien sie gut ausgebaut und könnten problemlos befahren werden. Normalerweise dürfte von einem Standpunkt mitten im Forst aus betrachtet der nächste Hydrant ziemlich weit entfernt liegen. Deshalb sollen im Brandfall – gegebenenfalls mit Unterstützung der Landwirtschaft – mehrere Fahrzeuge im Pendelverkehr für ausreichend Nachschub an Wasser sorgen. Bei einem Fassungsvermögen zwischen 1500 und 2500 Litern pro Fahrzeug reicht eine Ladung etwa 20 Minuten. Zum Einsatz kommen relativ kleine Rohre, die in jeder Minute nur rund 100 Liter verteilen, weil die Schläuche ansonsten zu schwer würden und die im Gelände unbedingt erforderliche Beweglichkeit verloren ginge. Hubschrauber zur Beobachtung Den Einsatz eines Hubschraubers wie dieser Tage in Thüringen kann sich Spahr auch in der Region vorstellen, „allerdings nur zur Erkundung der Lage und der Entwicklung des Feuers, nicht aber zum Löschen“. Grund: Das Land Baden-Württemberg sei aus taktischen Gründen davon abgerückt, weil die Außenlastbehälter der Helikopter lediglich 2000 Liter Wasser fassen könnten. Denkbar seien auch Überflüge mit Drohnen. Brandwächter, die von einem Ausguck aus weitläufige Waldgebiete überblicken, gibt es Spahr zufolge im Land längst nicht mehr. Geschichte ist auch jenes Überwachungsflugzeug, das einst regelmäßig von Esslingen aus seine Runden drehte. Im Vonovia-Büro am Wedelgraben findet eine Sprechstunde zur Nebenkostenabrechnung 2017 statt. Foto: Sabrina Balzer Mitteilung der Vonovia. Es seien nur Mieter angeschrieben worden, die heute noch bei der Vonovia wohnen. Die Sprechstunden finden am Dienstag, 7. und Mittwoch, 8. Mai im Vonovia-Büro am Wedelgraben 4 statt. Die Mieter müssen sich vorher anmelden. Beim Termin könnten dann Fragen zur Abrechnung für das Jahr 2017 mit Experten besprochen werden. Bisher haben sich laut Vonovia rund 30 Personen angemeldet. Beraterin Elli Nerz vom Mieterverein Heidenheim rät betroffenen Mietern, auf keinen Fall allein zur Sprechstunde zu gehen, sondern auf jeden Fall eine sachkundige Person mitzunehmen. „Und man sollte auch keine Zusagen machen“, meint sie. Sie selbst hat vor, Mitglieder des Mietervereins zu begleiten. „Vielleicht kann man dabei die eine oder andere Frage klären“, sagt Elli Nerz. Viele Mieter der Vonovia hatten sich über die Nebenkostenabrechnung 2017 beschwert. Kritikpunkte dabei waren beispielsweise Heizkosten, die nicht nach Zählerstand abgerechnet, sondern auf die Quadratmeter der Wohnung umgelegt wurden. Auch hohe Kosten für die Grünpflege oder Sperrmüllumlagen beklagten einige Mieter. Inzwischen hat die Vonovia mehreren Mietern mitgeteilt, dass die Heizkosten für 2017 um 15 Prozent reduziert werden, wenn die Zählerstände nicht abgelesen worden sind. Silja Kummer ZITAT „Wir sind jederzeit in der Lage, kleine bis mittelgroße Waldbrände in den Griff zu bekommen.“ Rainer Spahr Kreisbrandmeister ERKLÄR’S MIR Wie groß die Gefahr eines Waldbrandes ist, hängt von der Witterung und den konkreten Verhältnissen vor Ort ab. Als Orientierungshilfe auch für die Feuerwehr und die Behörden, die gegebenenfalls Warnungen herausgeben müssen, dient der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes. Er setzt sich aus fünf farblich hinterlegten Stufen zusammen, die von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr reichen). Die örtliche Einschätzung kann von der des Wetterdienstes abweichen. Nach Kontrolle Führerschein weg Gegen 13.30 Uhr fuhr am Donnerstag eine 30-Jährige von Schnaitheim nach Königsbronn. Am Ortseingang geriet sie nach rechts und rammte ein Verkehrszeichen. Dabei riss die Ölwanne auf. Die Fahrerin war erkennbar berauscht. Sie gab an, ein Medikament genommen zu haben, unter dem sie nicht hätte fahren dürfen. Die Frau musste eine Blutprobe abgeben und sieht einer Anzeige entgegen. Kurz nach 22 Uhr kontrollierte eine Polizeistreife an der Wilhelmstraße einen erkennbar betrunkenen Autofahrer. Auch er musste eine Blutprobe und den Führerschein abgeben. Intensive Kontrollen seien einer der Gründe für den Rückgang bei den Alkoholunfällen im vergangenen Jahr, teilt die Polizei mit. Die Zahl sank um 30 auf 335 Unfälle. Das entspricht dem niedrigsten Wert des vergangenen Jahrzehnts. 1133 alkoholisierte Fahrer wurden aus dem Verkehr gezogen, 191 mehr als im Jahr zuvor. Bei 143 Alkoholunfällen wurden Menschen verletzt. Die Zahl der Drogenunfälle bewegt sich den Angaben des Polizeipräsidiums zufolge auf niedrigem Niveau, steigt aber tendenziell an. 37 Drogenunfälle bedeuteten den höchsten Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Wahlen Briefe werden verschickt Die Wahlberechtigten in Heidenheim bekommen ab Montag Post von der Stadt mit der Wahlbenachrichtigung für die Europawahl und die Kommunalwahlen am 26. Mai. Die Wahlbenachrichtigung und ein Ausweis müssen am Wahltag mit in das Wahllokal genommen werden. Mit der Wahlbenachrichtigung kann man auch einen Antrag für die Briefwahl stellen. Wer bis 5. Mai keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, kann sich an das Wahlamt wenden, Tel. 07321.327-2200. Neuapostolen Am Sonntag wird konfirmiert Die Neuapostolische Gemeinde startet den Reigen der Konfirmationen. Am Sonntag, 28. April, um 9.30 Uhr werden in der Neuapostolischen Kirche in Heidenheim junge Menschen aus dem Kreisgebiet konfirmiert: Cedric Bienzle (Giengen), Jonas Daube (Giengen), Keanu Dorner (Heidenheim), Maja Mühlberger (Heidenheim), Roman Müller (Nattheim), Romy Scherwat (Heidenheim), Emily Sinner (Heidenheim) und Sarah-Sophie Sirsninsch (Gerstetten).

10 HEIDENHEIM Samstag, 27. April 2019 So gesehen Charme kommt mit der Zeit In Kürze Kochen für Nachbarn Unter dem Motto „In guter Nachbarschaft“ kochen Bürgerinnen am Montag, 6. Mai, für ihre Nachbarn. Um 12 Uhr wird im Gemeindezentrum Mittelrain aufgetischt. Anmeldung: Tel. 0176. 34678506. Günter Trittner über schönes Wohnen angweilig, dieses Urteil ist schnell getroffen. Und es stimmt ja auch. Wenn L man sich in Heidenheims sogenannter Neuer Mitte um die eigene Achse dreht, findet man in der Fülle der Gebäude viel ähnliche Architektur. Vor welchem Gebäude steht man gerade? Schwer zu sagen. Rothenburg sieht anders aus. Aber wir leben nicht mehr im Mittelalter. Und die Neue Mitte am Ufer der Brenz, wo 150 Jahre die Firma Ploucquet in Heidenheim Industriegeschichte geschrieben hat, ist auch nicht die einzige Siedlung in der Stadt, welche ein Architekt über ein und denselben Leisten geschlagen hat. Unser Auge liebt das Solitäre, das, was heraussticht aus der Menge, das Bunte im Einerlei. Und damit auch das Vergangene, das sich der Gegenwart optisch widersetzt. Das Schloss Hellenstein, eine Gründerzeitvilla, das Backsteinhaus mit Erker, Türmchen und Mansardwalmdach. Warum kann nicht zumindest dieses wieder Standard werden? Weil wir heute auch nicht mehr Kleider und Anzüge nach Maß fertigen lassen, sondern unter fünf Standardgrößen die passendste wählen. Die Klage über Uniformität ist bei weitem nicht neu. Im Berlin schimpfte man bereits um 1900 über die Mietskasernen. Und nicht nur, weil die hygienischen Verhältnisse in den Hinterhöfen miserabel waren, sondern auch weil die Gebäude so uniform wie die Kasernen waren. Was war geschehen? Die Industrialisierung hatte Herstellungsprozesse verändert und beschleunigt, Massenproduktion forciert und Menschen in noch nie gesehener Masse an ihre Standorte gezogen. Es war Wohnungsnot, aber man hatte Mittel, diese zu ändern. England, das Pionierland der ersten industriellen Revolution, war auch Pionier im Reihenhausbau. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen sich die Siedlungen an den Stadträndern aus. Architektur aus dem Baukasten. Eine lärmende Farbgebung der Tür half unter hunderten identischen Bauten, rascher das eigene Haus zu finden. Nach Deutschland fand der Siedlungsbau dieser Art erst im 20. Jahrhundert. In der fröhlichen Form der Gartenstadtbewegung. Aber es waren auch sozial denkende Fabrikanten, welche wie in Heidenheim für ihre Arbeiter und ihre Meister ganze Quartiere einrichteten. Japan und China geheißen oder Eisenbergsiedlung und Gambrinus-Siedlung. Auch wer sich dort um die eigene Achse dreht, wird in der Fülle der Gebäude viel Ähnliches findet. Getoppt wird dies alles von der Heimkehrersiedlung in der Weststadt, welche zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg an einem noch unbebauten Hang aus dem Boden gestampft wurde. Wohin das Auge schaut: ein Haustyp. Stört sich jemand daran? Findet man das langweilig? Nein. Man hat sie wie die anderen Siedlungen ins Herz geschlossen und wäre bereit sie gegen Neues zu verteidigen. Siehe die Bürger in der Heidenheim Oststadt, welche sich schützend vor den Schlachthof stellen. Einen Standard-Bau in seiner Zeit. Die Zeit spricht nicht alles heilig. Nicht nur in der DDR finden sich scheußliche Plattenbauten. Aber die Zeit macht Bauwerke gefälliger. Man gewöhnt sich an deren Anblick. Das Ploucquet-Areal hat hohe Qualität im Sinne einer urbanen Verdichtung und wird mit der Zeit auch an Charme gewinnen. Wer jetzt in Heidenheim sehen will, wo höchste Qualität im Quartier- und Siedlungsbau zu finden ist, der spaziere durch den Mittelrain. Da dürfte ein Ensemble-Schutz der Denkmalbehörde nicht weit entfernt sein. Besser hat man in Heidenheim Menschen aller Schichten noch nicht zu Nachbarn gemacht. Altstadt-Konzert Beim Promenadenkonzert am Sonntag, 28. April, um 11 Uhr spielt der Musikverein Großkuchen auf dem Schlossplatz in der Hinteren Gasse. Bei schlechtem Wetter fällt das Konzert aus. HZ-Karikatur: Totgeglaubte gießen länger . . . D er Ulmer Zoll, der auch für den Landkreis Heidenheim zuständig ist, hat seine Jahresbilanz 2018 veröffentlicht. Der Leiter des Ulmer Zolls, Regierungsdirektor Rainer Bühler, ging insbesondere auf die Arbeit seiner 160 Mann starken Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ein, die von den Standorten Ulm, Aalen, Pfullingen und Friedrichshafen aus operiert. „Die Bekämpfung der Schwarzarbeit gewinnt weiter an Bedeutung“, so Bühler. Insbesondere erhöhe sich die Schlagzahl bei Mindestlohnprüfungen. Anfällige Branchen Im Landkreis Heidenheim lagen die Schwerpunkte der Prüfungen auf den Bereichen Gastronomie und Bau. „Diese Branchen sind immer anfällig für Schwarzarbeit Zoll hatte 2018 vor allem Schwarzarbeit im Fokus Es war die beste Osterüberraschung der Ostalb: In Königsbronn wird es voraussichtlich auch weiterhin eine Gießerei geben – trotz einer ganzen Reihe Insolvenzen und obwohl die Belegschaft selbst ihren Betrieb schon offiziell zu Grabe getragen hatte. Doch hinter den Kulissen hat die Mannschaft offenbar nie klein beigegeben, und nun kann es, geht bis dahin alles gut, schon ab dem 1. Mai weitergehen. Unter neuen Eignern, mit knapp 80 Beschäftigten, aber eben in der über 650 Jahre langen Tradition, die nun wohl doch nicht enden muss – und sich die Chance auf neues Wachstum wahrt. Ein großer Erfolg einer Belegschaft, für die der 1. Mai 2019 ein ganz besonderer Tag der Arbeit werden könnte. Zeichnung: henne Arbeitsbedingungen Beamte kontrollierten 2018 im Landkreis schwerpunktmäßig Gastronomie und Bau sowie den Getränke- und Einzelhandel. Von Silja Kummer Zur Veranstaltung „Wissenswertes rund um die Immobilie“ am Dienstag, 07.05.2019, um 18.00 Uhr, im „Haus des Kunden“, Olgastraße 2, 3. OG, 89518 Heidenheim laden wir Sie herzlich ein. Programm: Aktuelle Förderprogramme und Tipps zur Finanzierung Sascha Fürst Spezialist Fördermittelgeschäft, LBBW Immobilie richtig finanzieren Markus Streit Immobiliencenter, Kreissparkasse Heidenheim Informationsstände zu aktuellen Baugebieten Imbiss und Ausklang Um Anmeldung bis 03.05.2019 unter Telefon 07321 344-1734 wird gebeten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 07321 344-0 ksk-heidenheim.de/baufinanzierung Informationen zu aktuellen Baugebieten – flächendeckend im Landkreis Heidenheim. Ausstellung zum Landeswettbewerb des Umweltministeriums Baden-Württemberg, Effizienzpreis Bauen und Modernisieren – Präsentation der Preisträger 2019 Eine große Kontrollaktion des Zolls fand am 1. September vergangenen Jahres in den Schloss-Arkaden statt. Foto: Archiv/Markus Brandhuber und illegale Beschäftigung“, sagt Hagen Kohlmann, Pressesprecher des Zolls. In Hinblick auf den Mindestlohn sei 2018 aber auch der Getränke- und Einzelhandel verstärkt kontrolliert worden. Im Landkreis Heidenheim wurden elf Tankstellenshops und Kioske überprüft, 48 Personen wurden dabei angetroffen. Das Ergebnis der Kontrolle waren ein Mindestlohnverstoß, ein Meldeverstoß und ein Ermittlungsverfahren wegen Schwarzarbeit gegen den Arbeitgeber. „In diesem Bereich werden viele Arbeitnehmer geringfügig beschäftigt, zudem wird zu unüblichen Zeiten gearbeitet und die Fluktuation unter den Arbeitnehmern ist hoch“, erläutert Kohlmann. Eine Sonderprüfung „Mindestlohn im Einzelhandel“ fand im Rahmen einer bundesweiten Aktion am 1. September in den Schloss-Arkaden statt. Dabei wurden 50 Unternehmen überprüft, 114 Personen wurden persönlich befragt. In vier Fällen wurde gegen die Sofortmeldepflicht in der Gastronomie verstoßen, in drei Fällen bestand der Verdacht der illegalen Beschäftigung. Bei 13 Beschäftigten bestand der Verdacht, dass sie unterhalb der Mindestlohngrenze bezahlt worden sind. Insgesamt hatte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Ulm im vergangenen Jahr 4930 Arbeitnehmer und 1531 Arbeitgeber überprüft. Das Zuständigkeitsgebiet umfasst dabei Steuern, Warenkontrolle und Kampf gegen Schwarzarbeit Der Zoll ist heute nicht mehr nur für die Warenabfertigung zuständig, sondern kümmert sich auch um die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns, geht gegen Schwarzarbeit vor und verwaltet beispielsweise die Kraftfahrzeugsteuer. Der Zoll in Ulm hat 2018 rund 2,3 Milliarden Euro an Steuern eingenommen. Davon entfallen 853 Millionen Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer, 951 Millionen Euro auf die Einfuhrumsatzsteuer, 408 Millionen Euro auf die Verbrauchsteuern und 96 Millionen Euro auf Zölle. Die Beamten des Ulmer Zolls haben letztes Jahr 8345 Fahrzeuge und 21 517 Personen überprüft. Dabei stellten sie 14 Kilogramm Rauschgift, 93 500 Schmuggelzigaretten sowie 206 Kilogramm Tabak und 88 illegale Waffen und Waffenteile sicher. Außerdem nicht nur den Landkreis Heidenheim, den Ostalbkreis und den Alb-Donau-Kreis, sondern reicht bis zum Zollernalb-Kreis und der Bodenseeregion. Eine weitere lokale Aufschlüsselung der Zahlen liegt nicht vor. Die eingeleiteten (2038) und abgeschlossenen (2702) Strafverfahren liegen nach Auskunft des Zolls etwa auf Vorjahresniveau. Die eingeleiteten (727) und abgeschlossenen (1515) Bußgeldverfahren stiegen im Vorjahresvergleich leicht an. Ergebnisse der Ermittlungen waren insgesamt 2,6 Millionen Euro Straf- und Bußgelder sowie 48 Jahre Haft. Der aufgedeckte Beitragsschaden für die Sozialversicherungen betrug über acht Millionen Euro. zogen sie 9281 gefälschte Markenartikel, 60 864 Stück illegale Arzneimittel und 3078 technisch unsichere Produkte aus dem Verkehr. Der Großteil wurde bei den Zollämtern entdeckt und kam per Post aus Asien, den USA, der Türkei und anderen Drittländern.

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