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Heidenheimer Zeitung, 22.07.2020

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10 HEIDENHEIM Mittwoch,

10 HEIDENHEIM Mittwoch, 22. Juli 2020 Picknick vor historischer Kulisse Schlossbergtafel Am Sonntag werden wieder Musik und Theater geboten. Besucher müssen einiges beachten. Die Schlossbergtafel kann auch unter Corona-Bedingungen stattfinden. In diesem Jahr gibt es das Picknick als „Table Blanche“: Alle Besucher sind dazu eingeladen, in Weiß am Picknick teilzunehmen und zum festlichem Flair der „kleinen“ Opernfestspiele Heidenheim auch am letzten Sonntag der „Klappstuhlkonzerte“-Saison beizutragen. In Zeiten von Corona gibt es für Besucher einiges zu beachten: Eine Anmeldung zur Schlossbergtafel ist obligatorisch. Gäste können sich einzeln oder in Gruppen von bis zu 20 Personen anmelden. Auch Kinder jeden Alters zählen als „volle Person“. Die Gruppen können am Schlossberg zusammen bleiben. Zwischen den Gruppen muss allerdings ein Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Zudem werden alle Personen einer Gruppe vor Ort namentlich erfasst. Bei der Anmeldung muss nur die Anzahl der teilnehmenden Gäste und eine Kontaktperson angegeben werden. Die Anmeldung ist nur telefonisch unter 07321.327-4216 ab dem heutigen Mittwoch, ab 8.30 Uhr möglich. „Die Erfassung der Namen erfolgt unter strengen datenschutzrechtlichen Auflagen und dient allein der Nachverfolgung einer möglichen Corona-Infektionskette. Alle Daten werden nach Ablauf von 14 Tagen gelöscht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Pop-Up-Oper über Georg Elser Erster Programmpunkt am kommenden Sonntag wird die etwa 20-minütige Aufführung der Pop- Up-Oper „Nau bens hald i“ über den Widerstandkämpfer Georg Elser sein. Im Anschluss treten mehrere Publikumslieblinge der vergangene Jahre auf, darunter Michaela Maria Mayer, Leah Gordon, Zoltán Nágy und Florian Götz. Das Naturtheater Heidenheim wird Kostüme und Requisiten aus mehreren Epochen und Produktionen präsentieren. Von 13.05 bis 14 Uhr wird die Schlossbergtafel Teil der „Klangwolke“ werden: Der Radiosender SWR 4 Baden-Württemberg überträgt, auch im Schlosspark zu hören, live aus dem Festspielhaus CCH eine Stunde beliebte Klassik-Hits, gespielt von der Cappella Aquileia unter der Leitung von Festspieldirektor Marcus Bosch. Auf dem Programm stehen Ausschnitte aus der aktuellen Beethoven-CD-Produktion oder Leonard Bernsteins Ouvertüre zu „Candide“. Die Ouvertüre zur „Zauberflöte“ bringt einen Vorgeschmack auf die Winteroper 2021. Bei Regen muss die Schlossbergtafel ausfallen. Ab 9 Uhr ist das Wettertelefon der Opernfestspiele Heidenheim unter der Nummer 07321.327-4220 geschaltet. Auch die Wetterfahne wird über die Durchführung der Veranstaltung informieren. sga In Kürze Für Vortrag anmelden Im Anschluss an die öffentliche Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 23. Juli, im Konzerthaus wird Prof. i. R. Dr. Wolfram Wette, Universität Freiburg, gegen 17 Uhr seinen Vortrag „Hitlers Lieblings-General Rommel und unsere demokratische Erinnerungskultur“ halten. Aufgrund coronabedingter Hygienebestimmungen sind Plätze für Interessierte begrenzt. Es wird dringend um Anmeldung bis spätestens Mittwoch, 22. Juli, um 12 Uhr unter www.heidenheim.de/presseanmeldung gebeten. „Alltag genommen, Zeit geschenkt“ Frau und Beruf III Die Eltern im Homeoffice, vier Kinder im Homeschooling – wie Michaela Pfau den Corona-Alltag und das Engagement der Lehrer erlebt hat. Von Christine Weinschenk Ruhig geht es im Hause Pfau nur selten zu. Nicht verwunderlich. Die Kinder sind 7, 9, 12 und 15. Beide Eltern sind berufstätig. Auch ohne Corona wird der Alltag da zur Herausforderung. „Organisation ist alles“, sagt Mutter Michaela Pfau. „Die Großen sind relativ selbstständig und für die Kleineren haben wir eine ganztägige Betreuung organisiert.“ Ohne die Unterstützung ihres Mannes sei es dennoch nicht zu schaffen. „Er übernimmt die Frühschicht und ich das Nachmittagsprogramm.“ Im März geriet aber auch der durchdachte Alltag der Pfaus völlig durcheinander. Dank Corona war die gesamte Familie von einem auf den anderen Tag Zuhause. „Mein Mann und ich waren schon ein paar Tage im Homeoffice und dann standen Knall auf Fall die Kinder mit Schulranzen voller Unterrichtsmaterial vor der Tür“, sagt Michaela Pfau. Und so wurde die Küche kurzerhand zu ihrem Büro und zum Klassenzimmer der vier Kinder. Vater Pfau zog sich ins Arbeitszimmer zurück. „Mein Mann hat mir die Wahl gelassen und wir haben tageweise getauscht. Aber es ist einfach so: Bei Fragen ist die Mama der Hauptansprechpartner, selbst wenn Papa es genauso gut erklären könnte.“ Ich hatte während der Pandemie definitiv mehr Zeit für mich als vorher. Für die Mitarbeiter und Kunden des Real-Marktes in Schnaitheim zeichnet sich ab, wohin die Reise geht. Der Standort gehört angeblich zu den Real-Märkten, die bald von Kaufland betrieben werden. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, will Kaufland 101 der 279 zum Verkauf stehenden Real-Märkte übernehmen. Am Montag hat eine Facebook-Gruppe „Interessensvertretung bei Real“ eine Liste aller Märkte veröffentlicht, die künftig zu Kaufland gehören sollen. Darauf wird auch der Schnaitheimer Markt an der Nattheimer Straße aufgeführt. Ebenso gibt es zweite eine Liste, welche der Märkte Die Küche der Familie Pfau aus Heidenheim musste in den vergangenen Wochen als Büro und Klassenzimmer dienen. Abgetaucht oder motiviert Über das Engagement der Lehrer in Zeiten von Corona wurde bereits viel diskutiert und geschrieben. Familie Pfau kann kein einheitliches Urteil abgeben. „Wir hatten die gesamte Bandbreite. Es gab sehr motivierte Lehrer und auch solche, die völlig abgetaucht sind“, sagt die 39-Jährige. Ihr ältester Sohn etwa habe gut zu tun gehabt. Schule und Lehrer hätten sich schnell auf die neue Situation eingestellt. „Und bei den Kleineren sind die Lehrer sogar persönlich vorbeigekommen, um Aufgabenblätter zu bringen.“ Das habe die Kinder ungemein gefreut. Eine Grundschullehrerin habe sogar eigene Erklärvideos aufgenommen. „Andere sind dagegen sehr schwer in die Gänge gekommen.“ Teilweise kamen die am Montag zu erledigenden Aufgaben erst nachmittags per E-Mail. „Dann sitzt man da und weiß nicht, was man mit den Kindern machen soll.“ Und selbst eine Beschwerde bei der Schulleitung habe nichts daran geändert. Mit dem Alter der Lehrer habe das unterschiedliche Engagement und digitale Können ihrer Ansicht nach nichts zu tun. „Ein älterer Lehrer meines Sohnes hatte vor Corona nicht mal eine E-Mail-Adresse“, sagt Michaela Pfau. „Er hat sich eingearbeitet, richtig reingehängt und das ist super gelaufen.“ Von anderen, jüngeren Lehrern hätte sie dagegen wochenlang einfach nichts gehört. „Da muss man sich schon fragen, womit die die vergangenen Monate verbracht haben.“ Frust auf beiden Seiten Michaela Pfau ist Berechnungsingenieurin und arbeitet 30 Stunden pro Woche. Im April meldete ihr Arbeitgeber Kurzarbeit an. „Das hat die Situation etwas entspannt“, sagt die 39-Jährige. „Aber Homeoffce und Homeschooling parallel zu fahren, das war und ist unglaublich schwierig.“ Teils waren die Aufgabenblätter nicht ohne Erläuterung für die Kinder zu verstehen und so musste sie sich selbst einarbeiten und den Sachverhalt erklären. „Kritisch war die Situation, wenn ich längere Besprechungen hatte. Wenn dann die Kinder Fragen haben und sich eine Stunde lang gedulden müssen, das ist für beide Seiten frustrierend.“ Manchmal musste das Homeschooling dann einfach unterbrochen werden und die Kinder bastelten stattdessen oder spielten im Garten. Was den Unterricht angeht, sei sie fachlich nicht an ihre Grenzen gestoßen, manchmal aber durchaus emotional. Es gab Tage, an denen die Nerven blank lagen. Bei allen Beteiligten. „Da wird man schon mal ungerechtfertigt laut von Edeka übernommen werden sollen. Die Übernahme des Schnaitheimer Hauses von Kaufland sorgte durchaus für Erstaunen. Schließlich betreibt die Tochter der Schwarz-Gruppe bereits zwei Lebensmittelmärkte in Heidenheim, einen davon sogar in Schnaitheim. Der Beginn der Zerschlagung Die Vorgeschichte der Übernahme ist lang: Bereits Mitte Februar hat der Großhändler Metro die Real-Märkte nach langen Vorverhandlungen an den russischen Investor SCP Group verkauft. Die neuen Besitzer haben daraufhin mit dem Weiterverkauf der Kette und danach tut es einem leid. Aber das ist menschlich“, sagt Pfau. „Man ist einfach dauernd in einem Zwiespalt. Man muss arbeiten und will aber auch den Kindern gerecht werden. Das ist für beide Seiten schwer.“ Und dass die Kinder über Wochen ihre Freunde nicht sehen konnten, tat sein Übriges. Keine Geburtstagsfeiern, keine Ausflüge. „Ich glaube, das war für die Kinder noch schwieriger als für Erwachsene.“- Es gab Tage, an denen die Nerven blank lagen. Bei allen Beteiligten. Denn natürlich fiel auch das gesamte außerschulische Programm während Corona flach. Keine Musikschule, kein Sportverein. Und so war Michaela Pfau nicht nur Mutter, Arbeitnehmerin und Lehrerin, sondern auch Trainerin. „Meine beiden Töchter sind in der Sportakrobatik.“ Um nicht aus der Übung zu kommen, wurde daher ein Kinderzimmer zur Turnhalle umfunktioniert und Matten ausgelegt. Kinder in der Konferenz Sowohl ihr Arbeitgeber als auch direkter Vorgesetzter hätten sich während der Pandemie sehr tolerant gezeigt, lobt Michaela Pfau. „Sie sind uns sehr entgegengekommen und ich konnte auch mal Termine verschieben.“ Und dass bei einem Videomeeting auch mal begonnen. Für acht Standorte wurde auch das Aus beschlossen. Frank Rebmann, Leiter des Schnaitheimer Real-Marktes, bestätigt die geplante Übernahme durch Kaufland. Er sei darüber informiert worden, ebenso die rund 100 Mitarbeiter. Es gebe die Zusage, dass alle Beschäftigten auch vom neuen Besitzer übernommen werden. Wie geht es nun weiter? Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, plant SCP die Übergabe von Real an die neuen Betreiber noch im vierten Quartal 2020. Allerdings muss die Kartellbehörde dem Verkauf vorher noch zustimmen. Karin Fuchs Es gab sehr motivierte Lehrer und auch solche, die völlig abgetaucht sind. die Kinder durchs Bild huschen, lässt sich nur schwer vermeiden. „Das waren aber alles niedliche Momente und überhaupt nicht peinlich“, sagt die Heidenheimerin. „Es ist doch süß, wenn man während einer Konferenz zwischendurch darüber abstimmt, ob der Sohn eines Kollegen noch ein Stück Schokolade bekommt oder nicht.“ Man habe Einblicke ins Privatleben der Kollegen bekommen, die man sonst nie erhalten hätte. „Meine Töchter waren neugierig, wie meine Kollegen aussehen, wollten aber nicht selbst ins Bild. Es gab viele lustige Situationen.“ Und wie ist die Situation im Moment? „Von Normalität sind wir noch immer weit entfernt“, sagt Pfau. Die Eltern gehen tageweise wieder ins Büro, aber der Schulbetrieb sei ein Flickenteppich. In der einen Schule könne man von Regelbetrieb sprechen, in der anderen werde nur vormittags unterrichtet und in der nächsten haben die Kinder wechselnd Unterricht und Homeschooling. Dennoch sei es zumindest eine Entlastung. Glaubt sie, dass ihre Kinder durch Corona ein Lerndefizit haben? „Natürlich kann man im Homeschooling nicht denselben Umfang machen wie in der Schule“, sagt Michaela Pfau. „Ob es ein Defizit gibt, wird sich herausstellen.“ Sie plädiert dafür, die Gelegenheit zu nutzen und den Lehrplan zu modernisieren und anzupassen. Wenn sie auf die vergangenen Wochen und Monate zurückblickt, hat Michaela Pfau ein gemischtes Fazit. „Dass diese Phase so lange geht und niemand weiß, wie lange es noch dauert, macht einem schon zu schaffen.“ Andererseits habe man als Familie eine sehr intensive Zeit miteinander erlebt. „Corona hat uns den Alltag genommen, aber Familienzeit geschenkt. Wir hatten Zeit nachzudenken und runterzukommen.“ Sie habe sogar mit Joggen angefangen. „Ich hatte während der Pandemie definitiv mehr Zeit für mich als vorher.“ Und deshalb hat sie einen Vorsatz: „So vollgepackt wie unser Alltag vor Corona war, soll er nach Corona nicht mehr werden.“ Portraits von Frauen Foto: Rudi Penk Im Rahmen einer kleinen Serie stellt die HZ Frauen aus dem Landkreis vor, die über ihre Erfahrungen während der Corona-Krise berichten. So kommt etwa eine selbstständige Gastronomin zu Wort, die in der Krise kreative Alternativen finden musste oder eine junge Frau, die während der Pandemie eine neue Arbeitsstelle fand. chw Wird aus dem Real-Markt bald eine Kaufland-Filiale? Supermarkt Leiter Frank Rebmann bestätigt, dass Kaufland den Schnaitheimer Standort übernimmt. Das Real-Emblem an der Schnaitheimer Filiale könnte bald durch Kaufland ausgetauscht werden. Foto: Archiv/Christian Thumm

11 GIENGEN UND HERBRECHTINGEN Mittwoch, 22. Juli 2020 Bewährungsprobe bestanden Kaltenburg Erstmals nach den Sanierungsarbeiten fand im Burghof mit der Giengener Musikschule ein großes Konzert statt. Rund 100 Besucher konnten sich an Wetter, Musik und Ambiente erfreuen. Von Dieter Reichl Musiker wie auch das Publikum waren sehr angetan: am Sonntagabend hat sich die Kaltenburg als Ort für kulturelle Veranstaltungen bestens bewährt. In den vergangenen Jahren seit der Gründung der Interessengemeinschaft (IG) Kaltenburg und der Übernahme des baufälligen Gemäuers stand in erster Linie Sanierung und Erhalt des Bauwerks im Mittelpunkt. Dies allerdings schon von Beginn an mit der Idee, die Burg als Veranstaltungsort zu nutzen. Die städtische Musikschule wagte jetzt den Schritt, unter den aktuellen gelockerten Corona-Bedingungen ein Konzert zu spielen. Unter dem Motto „Kaltenburg Musik – Alte Musik in alten Gemäuern“ startete die Musikschule eine neue Konzertreihe. Die Idee: In der historischen Kulisse und in historischen Gewändern sollen das Ensemble für Alte Musik, das Jugendorchester und das Kammerorchester Instrumentalmusik aus der Barockzeit erklingen lassen. Die Musiker an der Burgmauer, das Publikum nah am Geschehen, dennoch mit Corona-Sicherheitsabstand: Die Kaltenburg hat sich als geeigneter Ort für Veranstaltungen erwiesen. Foto: privat/U.Eßlinger Erstmal steil bergauf Ganz unproblematisch ist die Kaltenburg als Veranstaltungsort nicht. Zum einen ist der Burghof nur über einen teils steilen Weg zu erreichen, auch gibt es dort oben weder fließend Wasser noch Strom, und nur einfachste sanitäre Einrichtungen, sprich ein Dixi-Klo. Hinzu kommen die aktuellen Corona-Regeln mit Dokumentationspflicht und Abstandsregeln. Aber: die Musikschule war gut vorbereitet, und laut Leiterin Marion Zenker wurde es bei bestem Sommerwetter für 100 Musikfreunde ein gelungener Konzertabend. 50 Klappstühle waren mit entsprechendem Abstand aufgestellt, der Rest des Publikums verteilte sich im Burghof. Empfohlen wurde, am Höhlenhaus zu parken und die Burg nicht über den dort beginnenden steilen Zickzackweg zu erreichen, sondern unterhalb der Burg vorbei und dann auf dem breiten Schotterweg hinauf in den Hof zu spazieren. Unterwegs wartete an drei Stationen musikalische Unterhaltung auf die Besucher, ideal zur Einstimmung auf das rund 90-minütige Musikvergnügen auf der Burg. Mancher Zuhörer hätte es gern gesehen, wenn es einen Getränkeverkauf gegeben hätte, berichtet Zenker, aber viele hatten vorgesorgt und ein Picknick dabei. Neben der Musik sehr angetan waren die Besucher vom weiten Ausblick ins Lone- und Hürbetal. „In der Stadtkirche, wo wir bei schlechtem Wetter gespielt hätten, wäre es sicher auch gegangen, aber so war’s natürlich viel besser“, so Zenker. Von der großen Tuttibesetzung des Konglomerats aus Jugendund Kammerorchester über kammermusikalische Leckerbissen mit vier Soloviolinen oder einem Streichquintett bis hin zu intim-sensiblen Klängen von Tenor Christian Zenker, begleitet von Harfe, Fidel und Flöte – Abwechslung und Wohlklang waren an diesem Abend garantiert. Zu Gehör gebracht wurden Werke wie „La Musica Notturna delle Strade di Madrid“ von Luigi Boccherini, das „Concerto für Violinen in G-Dur“ von Georg Philipp Telemann und Renaissancetänze von Mainerio und Praetorius. Besonders eindrücklich bleibt neben der ganz besonderen Atmosphäre vor allem der berückende und vielschichtige Gesang von Christian Zenker mit Werken von Monteverdi, Landi, Attaignant und Neidhardt von Reuental in Erinnerung. Als Conférencier führte er zudem informativ und unterhaltsam durch das Programm. Unterstützung für freie Künstler Nicht zu vergessen: Eine Besonderheit des Konzertes war auch, dass der Reingewinn durch die Eintrittsgelder freischaffende Künstler im Umfeld der Musikschule unterstützen soll, die in den vergangenen Monaten bedingt durch Corona nahezu keine Einnahmen hatten. Wer an diesem Konzert in besonderer Atmosphäre nicht teilnehmen konnte, soll dazu noch Gelegenheit haben: Es ist vorgesehen, die Reihe der Kaltenburgkonzerte fortzusetzen. Viel Kreativität während des Lockdown Die coronabedingte Zeit der Schließungen in den Frühjahrsmonaten machte auch der Städtischen Musikschule zu schaffen. Einige Kreativität war vonnöten, um während des Lockdown zumindest digital unterrichten zu können. Ab Mitte Mai wurde zunächst Einzel- und dann auch Kleingruppenunterricht wieder möglich. Seit Ende der Pfingstferien sind alle 24 Lehrer wieder im Präsenzunterricht. Jetzt konnte die Musikschule erstmals öffentlich demonstrieren, wie gut sie die Krise gemeistert hat. Die Spuren der Hähnles Stadtführung Für den ersten August ist eine Anmeldung nötig. Am Samstag, 1. August, findet die nächste öffentliche Stadtführung statt. Dabei werden Gebäude und Plätze erkundet, die von oder durch die Familie Hähnle ermöglicht wurden. An vielen Orten in der Stadt findet man Spuren der Familie, die sich wie keine andere für das Wohl der Stadt eingesetzt hat. Dazu gehörten die finanzielle Unterstützung bei der Stadtentwicklung, die Förderung sozialer Projekte und natürlich der Einsatz für die Natur – Lina Hähnle hat den Bund für Vogelschutz gegründet, der heute noch als Nabu weiterbesteht und weltweit bekannt wurde. Ein kleiner Dank der Stadt war die Verleihung der Ehrenbürgerwürde 1931. Die Führung beginnt um 10 Uhr auf dem Kirchplatz, vor dem Südportal der Stadtkirche. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation ist eine Anmeldung über die Tourist-Information und weitere Infos unter Tel. 07322.9522920 nötig (bis spätestens Freitag, 31. Juli, um 12 Uhr). Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 15 Personen. moh In Kürze Impuls in der Wanne „Der Herr ist mein Hirte“ wird Thema sein beim nächsten Sommerimpuls am Samstag, 25. Juli, in der Memminger Wanne, diesmal in der Hohenzollernstraße. Der erste Impuls ist um 21 Uhr im Innenbereich der Gebäude Hohenzollernstraße 20 bis 34, um 21.30 Uhr sind die Musiker und der Sprecher im Innenbereich der Gebäude Hohenzollernstraße 37 bis 43 und Zeulenrodaer Straße 42 und 44. Ein Rekord, der Sorgen macht Pistoriusschule Für 120 Schüler ist das SBBZ ausgelegt, über 220 werden im kommenden Schuljahr erwartet. Es fehlt an Räumen und es fehlt an Lehrern. Schulleiter Dr. Daniel Budka bleibt dennoch optimistisch. Die Raumknappheit wächst in der Pistoriusschule. Im kommenden Schuljahr werden über 220 Schüler erwartet. Ausgelegt ist die Schule für 120. Foto: Christian Thumm Ungewissheit über Förderung und Baustart in Bolheim Ob die Lindenbergschule noch in diesem Jahr für die Zwecke der Pistoriusschule umgebaut werden kann, lässt sich nach Aussagen von Kreiskämmerer Jürgen Eisele nicht vorhersagen. Ursache der Unsicherheit ist, dass zwei Förderprogramme für Schulsanierungen ausgelaufen sind und die Richtlinien für ein neues Programm noch in der politischen Debatte stehen. Wünschenswert und im Sinne der Kinder wäre für Eisele ein rascher Umbau allemal. Unter anderem soll ein Aufzug für einen barrierefreien Zugang zu den Etagen sorgen. Auf 620 000 Euro sind die Kosten für den Umbau veranschlagt, der auch eine Verteilerküche und ein behindertengerechtes WC vorsieht. Einen Plan B hat Schulleiter Dr. Daniel Budka nicht, wenn sich der Umbau verschieben sollte. „Wir würden die Räume weiter nutzen, schon um die Stammschule in Herbrechtingen zu entlasten und in der Lindenbergschule die erfolgreiche Kooperation mit der Buchfeldschule fortführen zu können. Bezüglich der Räume müsste man sicher etwas improvisieren. Im September 2019 ist die Pistoriusschule mit 40 Schülern in die Lindenbergschule eingezogen. Unter ihnen sind auch die Schüler der früheren Förderschule in der Buchfeldschule. gt Es gibt Rekorde über die man sich freut. Andere verursachen zwiespältige Gefühle. Erstmalig in ihrer Geschichte plant die Pistorius-Schule für das Schuljahr 2020/2021 mit vier Eingangsklassen. Insgesamt geht Schulleiter Budka dann von 225-228 Schülern an der Herbrechtinger Schule aus. Geplant ist diese für 120 Schüler. Es fehlen Räume. Noch, so Budka, seien die Zahlen schwankend. Das habe mit dem Aufnahmeverfahren an der Schule zu tun. Für jedes Kind werde ein sehr ausführlicher Bericht verfasst, in dem die individuellen Stärken und Schwierigkeiten benannt und mit den Eltern besprochen werden. „Eine Empfehlung für eine konkrete Schule wird aber nicht abgegeben.“ Die abschließende Entscheidung über einen sonderpädagogischen Bildungsanspruch liege beim Staatlichen Schulamt, dass auch die Elternwünsche in seiner Entscheidung berücksichtigte. „Einen festgelegten Einschreibungsstichtag gibt es an den SBBZ nicht, sodass Schüleraufnahmen noch bis in den August hinein erfolgen können. Dass sich am Ende viele Eltern für die Pistorius-Schule entscheiden, freut Budka. Um deren Vertrauen zu rechtfertigen, gelte es jetzt mit den sich abzeichnenden Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr zu planen. Für die Lehrerzuweisung an die Pistorius-Schule ist das Schulamt Göppingen verantwortlich. Diesem, so Budka, seien die Schülerzahlen tagesaktuell bekannt, ebenso wisse das Schulamt sehr genau, wie viele Lehrer die Pistorius-Schule für ihr Ganztagesangebot, ihr sonderpädagogisches Arbeiten sowie ihren weiteren Aufgabenfeldern, zum Beispiel in der Frühförderung, in der Beratung der allgemeinen Schulen und in der Mitwirkung inklusiver Bildungsangebote benötige. „Der Bedarf kann rechnerisch exakt erhoben werden und das Schulamt wird mit Sicherheit alles unternehmen, um diesen vollständig zu decken“ ist Budka optimistisch. Schwieriger gestaltet sich für den Schulleiter die Raumfrage. Wenn man sich bewusst mache, dass die Pistorius-Schule für 120 Schüler geplant sei, dann, so Budka, müssten sich Leute, welche die Schülerzahlen prognostizierten, ordentlich verrechnet haben. Bereits in der Planungsphase im Jahre 2000 habe die Schule mehrfach darauf hingewiesen, dass diese Zahl deutlich zu niedrig sei. Eine räumliche Entlastung hat die Schule seitdem durch Auslagerungen erfahren. Die Berufsschulstufe und die Berufsvorbereitenden Einrichtungen haben mittlerweile ihre Standorte in Heidenheim. In Bolheim nutzt die Pistorius-Schule im zweiten Jahr das Gebäude der Lindenbergschule. Ob die Lindenbergschule langfristig die Raumnot mildern kann möchte Budka mit einem deutlichen Fragezeichen versehen. „Das habe ich auch der Landkreisverwaltung mehrfach detailliert dargelegt“. Es liege in der Verantwortung des Schulträgers ausreichend Schulräume in entsprechender Qualität vorzuhalten, er selbst könne lediglich die Informationen zur Verfügung stellen. Keine zusätzlichen Standorte Einig seien sich Schulleiter und Verwaltung, dass die Schule infolge des Raummangels nicht weiter räumlich zersplittert werden dürfe. „Landrat Polta hat bei seiner Einsetzung die Schulen zu einem seiner Kernthemen erklärt. Er und sein Team werden definitiv einen Plan haben, wie er seiner Pistorius-Schule kurz- und langfristig Schulräume zur Verfügung stellen kann“ zeigt sich Budka überzeugt. Er selber schätze sehr an der Landkreisverwaltung, dass er seine Ideen als Schulleiter jederzeit vorbringen könne. Aus Sicht eines Schulleiters sei die Idee eines Neubaus unmittelbar an der bisherigen Stammschule das pädagogisch Optimale, denn so könne man auf engstem Raum Personal und die gesamte sonderpädagogische Fachlichkeit bündeln. Für das Schuljahr 2020/2021 geht Budka davon aus, dass für jede Klasse wieder ein Klassenzimmer gefunden wird. Dankbar ist er der Bibrisschule, die im Rahmen ihrer Kooperation mit der Pistorius-Schule dieser einen zusätzlichen Raum überlassen habe. Innerhalb der Stammschule werde es jedoch notwendig sein, weitere Funktionsräume zu Klassenzimmern umzugestalten. Aus Sicht von Budka ist dies sehr ärgerlich, da die Lehrkräfte damit in ihren Möglichkeiten eingeschränkt würden. Günter Trittner

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